Medien Substitutes

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Im Video Substitutes (2002) wird man durch ein Volkslied mit einem anderen kulturellen Kontext konfrontiert. Wie man im Abspann erfährt, hat die Künstlerin die Darsteller des Videos zufällig nach einem Fußballspiel getroffen. Die zwei jungen Rumänen sangen in den Straßen ein melancholisches Lied und Stidworthy lud sie ein, ihre Performance in dem ausgezeichneten akustischen Umfeld der Akademie Schloss Solitude, in der Nähe von Stuttgart, wo sie artist-in-residence war, zu wiederholen.
Das Video beginnt mit einer Einstellung auf den durch das Bild laufenden Liedtext in rumänischer Sprache, über den die englische Übersetzung gelegt wurde. Während die beiden Darsteller die gewölbten Decken des Gebäudes mit ihrem Gesang erfüllen, hört man Stimmen aus dem Off, die versuchen das Lied zu übersetzen und zu interpretieren: Was sind die Ursprünge dieses Klagegesangs der Einsamkeit und Sehnsucht? Und an wen ist dieses Lied gerichtet? Wie einer der Kommentatoren erklärt, singen die Männer die Parts ihrer Eltern, die in ihrem Heimatland geblieben sind. Stidworthy zeigt die menschliche Stimme als aktives und passives Medium: die Männer hören ihren eigenen Gesang im Echo des hohen Raums; diese traurigen, von ihren Eltern vermissten Söhne sind beides, Subjekt und Objekt ihres Schmerzes, den sie zum Ausdruck bringen.

(Quelle: https://www.frieze.com/issue/review/imogen_stidworthy/)

 

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In the video Substitutes (2002), shown on a monitor, we encounter another cultural context through a folk song. As the closing credits reveal, the filmmaker met her actors by chance after a football match. The two young Romanians were singing a melancholy song in the street and Stidworthy invited them to give a repeat performance in the superior acoustic environs of the Akademie Schloss Solitude, near Stuttgart, where she was artist-in-residence.
The video begins with a shot of the heavily annotated lyrics of the song written in Romanian. While the football fans fill the vaulted ceilings of the building with their singing, other off-screen voices can be heard trying to translate and interpret the song: what are the origins of this lament of separation and longing? And to whom is it addressed? As one of the commentaries explains, the men sing the roles of their parents who have remained in their homeland. Stidworthy thus presents the human voice as both an active and a passive medium: the men hear their own singing in the echo of the high room; these sadly missed sons are both the subject and the object of the pain they express. (Quelle: https://www.frieze.com/issue/review/imogen_stidworthy/)

Tags: Kultur sprache
Kategorien: Film und Video

Produktionsland

GB : Vereinigtes Königreich

Produktionsjahr

2002

Ton

mit Ton

Format

5:4

Farbe

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