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Blick-Wechsel
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Tandon, Rini
Der skulpturale Raum steht seit den 1980er Jahren im Mittelpunkt meiner Arbeit, seit 2003 experimentiere ich parallel dazu auch in Videoarbeiten. Die 2005 begonnene Videoserie „On Human Space“ thematisiert den rapiden Schrumpfen der natürlichen Umwelt, deren Erhalt in Frage steht. Diese Arbeiten entspringen einer tiefen Sorge um einen Raum, den ich bewusst als „menschlich“ bezeichne, um eine Identifikation zu ermöglichen und auf die Folgen seiner Vernachlässigung aufmerksam zu machen. Die Serie lässt sich auf zwei Arten betrachten: zum einen vor dem Hintergrund der Intention, zum anderen ganz klar als die bildhafte Gedankenführung, die sich in den Sequenzen manifestiert.
Time Over ist ein kurzer Essay über die Zukunft unseres Planeten, der sich auf einen bestehenden physischen Raum bezieht, in dem ein wesentlicher Teil des Lebensgleichgewichts bedroht ist. Das Video ist ein performativer Akt, der dissoziierte Räume und Realitäten miteinander verknüpft. Es ist ein Prozess, der Erfahrung mit Virtualität, das Unklare mit der wahrnehmbaren Realität verbindet – eine poetische Komposition aus Bildeindrücken, in der Intention und Zufall verschmelzen. Das 10'40' lange Video basiert auf Material, das zu verschiedenen Zeiten gesammelt wurde, größtenteils während Spaziergängen mit der Kamera in einem Waldgebiet in Westösterreich, aber auch in Indien, wo ich immer wieder Affen begegnete. Die Kamera ist unmittelbar mit meinem Atem und meinen Bewegungen verbunden, ohne viel dazwischen, was diesen Kontakt unterbrechen könnte. Die Fertigstellung des Videos ist noch ein amateurhafter Versuch, eine Technologie zu beherrschen, mit der ich mich erst vertraut machen musste.
Einleitung und Ende sind abstrakte Animationen, die Formen im Fluss zeigen, die als Indikatoren für das Folgende dienen. Die darauffolgende Landschaft ist nicht nur chlorophyllfrei, sondern auch frei von Fluchtmöglichkeiten. Ein gefangener Mensch streckt die Hand nach einem Punkt am Rande einer verwüsteten Kulisse aus und löst damit eine Leinwand mit virtuellen Projektionen oder wissenschaftlichen Modellen aus, die eine Reise durch die Landschaft begleiten. Das Summen eines winzigen Hubschraubers, der sich zum Aufstieg aufrafft, ersetzt den Bildschirm und führt zu weiteren, unerwarteten Verbindungen. Es erinnert an die drohende Bedeutung der Zeit, um das Verbleibende zu retten. Immer wieder tauchen Affen auf, verloren in dieser rasant wachsenden technologischen Welt, während die Zeit an ihnen vorbeirauscht.
Die Audiodatei, insbesondere Giuseppe Verdis „La Forza del Destino“, soll den Bildern angesichts einer drängenden Problematik Monumentalität verleihen. Darüber hinaus habe ich Klänge und Bilder aus bedeutsamen geografischen Regionen miteinander verknüpft, beispielsweise einer Wüstenlandschaft nahe meines Geburtsortes. Durch die wechselnden Effekte im Austausch von Landschaften und die Erzeugung synthetischer Bilder werden extreme Lebensweisen beschrieben, die die Dringlichkeit eines sich rapide verändernden Lebensraums verdeutlichen.
Rini Tandon
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Sculptural space has been in focus in my work since the 1980s, but since 2003 I have simultaneously experimented on the subject in video-works. The series of video-works called On Human Space, started in 2005, address a fast shrinking natural environment whose sustenance is in question. These works evolve out of a deep concern for a space I choose to call “human” for a sense of identification and to draw attention to the implications caused through its negligence. Yet, there are perhaps two ways of looking at the series, one is with the background of intention and the other plainly as the pictorial strain of thought that presents itself in the sequences.
Time Over is a short essay about the future of this planet referring to an existing physical space in which a significant part of life’s equilibrium is under threat. The video is a performative act that multiplexes disassociated spaces and realities, a process of interconnecting experience with virtuality, the obscure with perceptive reality, a poetic composite of pictorial impressions where intention and coincidence fuse. The 10''40' video is based on material collected at different times, most of it while walking with the camera in a forested area in western Austria, but also in India where I always encountered monkeys. The camera is directly related to my breath and movement, without much in between to diminish this contact. Its completion is yet an amateur attempt to handle by myself a technology I was still getting acquainted with.
The introduction and the end are abstract animations showing shapes in flux that move as indicators of what is to follow. The landscape that follows is not only devoid of chlorophyll but also of options of escape. A trapped individual reaches out to a point on the edge of a devastated backdrop, triggering off a screen of virtual projections or scientific models, which accompany a journey through the landscape. The hum of a dwarfed helicopter in an effort to ascend replaces the screen, leading to further unforeseen connections, ringing a bell on the impending significance of time in order to salvage what remains. Apes, they appear again and again, lost in this fast growing technological environment as time speeds past them.
The audio file, especially Giuseppe Verdi’s La Forza del Destino is meant to lend the imagery a sense of monumentality in a deeply imminent issue. Otherwise I have connected sounds and images from significant geographical zones, e.g. a desert landscape close to my birthplace. By means of changing effects in the exchange of landscapes and through generating synthetic images, extreme existences are described, remarking on the urgency of a rapidly changing habitat.
Rini Tandon
Bildrecht