(Smells Like) Teen Spirit

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Paul Divjak zeigt in seiner Arbeit (Smells Like) Teen Spirit Spuren von Jugendlichen. In statischen Bildern, respektive Fotografien, setzt er dabei die weiche Unordnung des "Teen Spirit" einer geometrischen Ordnung des Äußeren entgegen.

Die Kamera dringt von außen in die Innenräume ein. Über die Gänge gelangt sie in die Zimmer der Jugendlichen, wo sie Stofftiere, Kleidungsstücke und ungemachte Betten präsentiert. Stets nah am Objekt vermittelt die Kamera eine Intimität, die nicht nur alleine durch die Blicke in die Kleiderschränke entsteht. Auch durch die zur Schau Stellung der persönlichen Erinnerungsstücke, der Bücher und Fotos, der Zeitschriften und Poster entsteht eine Idee von aufkeimenden Träumen und Hoffnungen, von dem möglichen Leben hinter den Objekten. Besonders die Betten der Jugendlichen nimmt die Kamera immer wieder in ihren Blick. Sie sind Rückzugsorte der Jugendlichen, markiert durch ihre Habseligkeiten. Schließlich entfernt sich die Kamera wieder von der geschaffenen Nähe aus den Zimmern und kehrt zurück in die leeren Gemeinschaftsräume, in denen die Ordnung der Erwachsenen herrscht.

Mit dem Video porträtiert Paul Divjak nun - wie schon in Sonnenland (1998) - erneut junge Menschen. Während Divjak diese in Sonnenland selbst vor die Kamera stellt und filmt, bleiben uns in (Smells Like) Teen Spirit nur mehr Relikte der Jugendlichen. Gleichzeitig werden die gezeigten Musikkassetten und CDs, Zeitschriften und Jugendbücher ebenso wie der Titel des Videos zu zeitgeschichtlichen Artefakten.

Katharina Wallerits

 

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In his work (Smells Like) Teen Spirit, Paul Divjak reveals traces of adolescence. Through static images, more precisely, photographs, he contrasts the soft disorder of “teen spirit” with the geometric order of the exterior world.
 
The camera enters the interiors from the outside. Moving along corridors, it reaches the teenagers’ rooms, where it lingers on stuffed animals, clothing, and unmade beds. Always close to its subjects, the camera conveys a sense of intimacy that arises not only from glimpses into wardrobes. The display of personal mementos, books and photographs, magazines and posters, also evokes an idea of emerging dreams and hopes, of the possible lives behind these objects. The camera repeatedly returns to the teenagers’ beds. They are spaces of retreat, marked by their belongings. Eventually, the camera withdraws from the intimacy it has created within the rooms and returns to the empty communal spaces, where the order of adulthood prevails.
 
With this video, Paul Divjak once again portrays young people, as he did in Sonnenland (1998). While in Sonnenland he places them directly before the camera and films them, in (Smells Like) Teen Spirit only their traces remain. At the same time, the music cassettes and CDs, magazines and young adult books on display, as well as the video’s title itself, become artifacts of their time.
 
Katharina Wallerits

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KATEGORIEN: FILM UND VIDEO

Produktionsland

AT : Österreich

Produktionsjahr

2002

Ton

ohne Ton

Format

4:3

Farbe

Farbe

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